Die kleinen Dinge

Die Welt ist voller kleiner Freuden, die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen, ein Auge dafür zu haben.“ – Li Bai

Menschen sind Gewohnheitstiere. Unser Gehirn kann sich sehr schnell an neue Umstände und Gegebenheiten anpassen, denn es ist eine Problemlösemaschine. Gleichzeitig macht es sich das Gehirn gerne so leicht wie möglich, denn es möchte möglichst energieeffizient arbeiten. Gewohnheiten und Routinen, genau wie Denk- und Verhaltensmuster eliminieren Probleme bzw. lassen sie (zunächst) nicht aufkommen. Und ohne, dass wir es wirklich mitbekommen, dirigiert uns unser Autopilot durch die Tage und Wochen. 

Um diese schleierhaften Abläufe zu durchbrechen gibt es verschiedene Methoden und Möglichkeiten. Eine gefällt mir persönlich besonders gut, denn sie hat den erfreulichen Nebeneffekt, dass die allgemeine Grundeinstellung zum Leben positiver wird. Die Rede ist von einem Glückstagebuch

Benötigt werden Papier und ein Stift. Ich nutze einen kleinen Jahrestaschenkalender im A6 Format mit einer Seite pro Tag, ich habe aber auch schon einfache Schreibhefte oder kleine Zettel verwendet. Wer nicht schreiben mag, kann die Übung auch mündlich machen, beispielsweise mit einem Familienmitglied oder dem Partner oder der Partnerin. 

Im Kern geht es darum, drei Dinge zu nennen, die tagsüber ein positives Gefühl ausgelöst haben. Freude, Dankbarkeit, Sicherheit, Gemütlichkeit usw. Eine Freundin nennt das liebevoll „Erdbeeren pflücken“. Wichtig dabei ist nicht nur die Sache an sich zu benennen, sondern auch das Gefühl selbst und sich dieses Gefühl für einen kurzen Moment in Erinnerung zu rufen. Das Schöne dabei ist: Unser Gehirn schüttet alleine durch die Erinnerung an den Moment und das Gefühl erneute Glückshormone aus. 

Wichtig: Routinen stellen sich im Schnitt nach 66 Tagen ein. Das heißt, das Gehirn braucht im Schnitt 66 Tage, um sich an neue Abläufe zu gewöhnen und neue Denkmuster zu etablieren. Ich empfehle dir daher, die Übung mit dem Glückstagebuch mindestens drei Monate beizubehalten. 

Unsere Welt ist voller Wunder, unser Alltag voller kleiner Freuden. Gehe mit wachen Augen durch die Welt, damit du abends drei Dinge für dein Glückstagebuch nennen kannst. 

Spüre, was sich verändert. 

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