Die Lücke

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“ – Astrid Lindgren

Du musst gefüllt werden, rief man ihr zu, aber die Lücke schüttelte den Kopf. 

Zuerst kam die Angst. 

Sie mahnte, dass man hindurch fallen und sich für immer verlieren könnte. 

Diese Lücke, sagte, sie, müssen wir schnellstens schließen, und schlug Einsatz vor. 

Aber die Lücke schüttelte den Kopf. 

Als nächstes kam der Pragmatismus. 

Er fand, dass man jede freie Stelle nutzen sollte, z.B. um ein Hobby zu beginnen. 

Bienenzüchten lege gerade im Trend. 

Aber die Lücke schüttelte den Kopf. 

Zuletzt kam die Vollkommenheit. 

Ihr Antlitz war einschüchternd schön. 

Sie mochte es gar nicht, wenn irgendwo etwas fehlte. 

Aber die Lüche stellte sich ihr in den Weg und sagte: 

Ich bleibe! Ich bin da, damit das Glück hindurch schlüpfen kann. 

Und so hielt die Lücke allen Versuchungen tapfer stand. 

Und das Glück fand seinen Weg. 

– Susanne Niemeyer 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert