Einfach zufrieden sein

„Glücklich und zufrieden ist, wer weiß, was er nicht braucht.“ – Wolfang Herbst 

Zufrieden sein definiert der Duden als „sich mit dem Gegebenen, den gegebenen Umständen, Verhältnissen in Einklang befindend und daher innerlich ausgeglichen und keine Veränderung der Umstände wünschend“. Die Wurzel des Wortes findet sich im Wort Frieden, also in Harmonie und ungestörter Ordnung. 

Ich will einfach nur zufrieden sein. Jahrelang kreiste dieser Gedanke, dieser Wunsch, in meinem Kopf, insbesondere in Phasen, in denen ich mich ausgebrannt fühlte. Doch können oder dürfen wir überhaupt zufrieden sein in einer Gesellschaft, die geprägt ist von Schnelllebigkeit und Leistungserwartungen? 

Oft wurde mir gesagt, Zufriedenheit sei Stillstand, denn wer zufrieden ist, der habe keine Ziele mehr, keine Träume oder Wünsche. Doch das stimmt nicht. Zufriedenheit ist kein Endzustand oder Resignation. Es ist die bewusste Entscheidung, sich nicht von der Differenz zwischen einem erwarteten oder erhofften und einem tatsächlichen Zustand irritieren zu lassen. Denn das ist die Definition von Unzufriedenheit. Stattdessen entscheidet man sich dafür, Frieden zu schließen mit dem, was oder wie etwas oder wer man gerade nun mal ist. Aus diesem Zustand der Zufriedenheit heraus fällt es leichter, Veränderungen vorzunehmen und neues auszuprobieren, weil die Basis stabil ist. 

Wer ständig nach mehr strebt, immer schneller, weiter und höher will, wird keine Zufriedenheit finden. Auch ich habe inzwischen erkannt, dass weniger oftmals mehr ist. Zufriedenheit ist Genügsamkeit. Zufriedenheit ist Einfachheit.

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