Flow-Momente

You often feel tired not because you’ve done too much but because you’ve done too little of what sparks a light in you.“ – Alexander den Heijer

Ich sitze im Zug zurück nach Berlin. Die beiden Vorstellungsgespräche, für die ich extra nach Frankfurt am Main gefahren bin, liefen an sich gut. In beiden Fällen wurde mir der Job direkt im Anschluss angeboten. Ich sollte mich freuen. Tue ich aber nicht. Meine Kehle fühlt sich zugeschnürt an und meine Gedanken fahren Achterbahn. Ich habe darum gebeten, eine Nacht darüber schlafen zu dürfen, doch ich weiß bereits, dass ich beide Angebote ablehnen werde. Was mir die Kehle zuschnürt ist das schlechte Gewissen, dass ich ein Angebot annehmen müsste. Ich bin schließlich Berufseinsteigerin ohne Joberfahrung, darf ich da überhaupt wählerisch sein? 

***

Ich nahm tatsächlich keines der Jobangebote an. Und anstatt weiter blind nach irgendwelchen Jobs zu suchen, begann ich zu überlegen, was mir wirklich Freude bereitete. Wann hatte ich in meinem bisherigen Leben Flow-Momente erlebt, in denen ich voller Energie und im Einklang war mit dem, was ich tat? Flow-Momente können nämlich auf ganz unterschiedliche Weise in Erscheinung treten. Ich habe dieses Gefühl manchmal beim Malen, ein Freund meinte, dass er das vom Puzzeln kenne und eine andere Freundin erzählte, dass sie beim Kochen völlig die Zeit vergesse. Wenn wir Flow-Momente erleben, befinden wir uns vollständig im aktuellen Augenblick, unser Fokus ist konzentriert auf eine Sache und unsere Sinne vollkommen darauf ausgerichtet. Wir sind versunken. 

Wenn wir Tätigkeiten nachgehen, die uns erfüllen, sind wir im Anschluss nicht ausgelaugt und müde. Stattdessen fühlen wir uns energiegeladen und erholt. Das trifft auf Freizeitaktivitäten genauso zu wie auf berufliche Aufgaben. Im Bezug auf meine Jobsuche fielen mir drei konkrete Situationen ein, die alle nicht unterschiedlicher hätten sein können und doch hatten sie eines gemeinsam: Ich hatte in diesen Situationen Menschen durch meine Fähigkeiten und mein Wissen unterstützt, auf ihrem eigenen Weg ein Stück weiter zu kommen. Ich erkannte außerdem, dass es mir leicht fällt, das große Ganze wahrzunehmen und ggf. den Fehler im System zu erkennen. Ich bin gut darin, Prozesse zu koordinieren und zu optimieren und Dinge umzusetzen. 

Fühlst du dich oft müde und ausgelaugt? 

Dann lade ich dich ein, zu überlegen, welche Dinge und Tätigkeiten dir leicht fallen und wann es Momente in deinem bisherigen Leben gab, nach denen du voller Energie warst.

Was hatten diese Momente gemeinsam? Was war der Spark

Und dann übertrage den Spark und suche dir nach und nach mehr Dinge, um sie in deinen Alltag zu integrieren.  

2 thoughts on “Flow-Momente

  1. Iryna says:

    Absolut richtig. Ich finde mich in diesen Worten wieder. Ich tue viel zu wenig das was Freude macht, viel zu viel aus Verpflichtung, Verantwortung, aus Gewöhnung. Wie ein Hamster im Rad. 😞

    • Michelle says:

      Damit bist du nicht allein. Schau dir Mal deinen Alltag an. Vielleicht tust du unbewusst schon Dinge, die dir eigentlich Freude machen? Und wenn nicht, fange an, kleine Sparks in deine Tage einzubauen. Und sei es ganz bewusst einen leckeren Kaffee zu trinken 🙂

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