Werkseinstellung Selbstliebe

„Deine Aufgabe besteht nicht darin, die Liebe zu suchen, sondern in dir selbst alle Schranken zu finden, die du gegen sie aufgerichtet hast.“ – Rumi

Seit zwei Jahren bin ich aktiv mit der Entwicklung meiner Persönlichkeit beschäftigt. Ich habe in so dunkle Ecken meiner Psyche geleuchtet, von denen mir gar nicht bewusst war, dass sie überhaupt da sind. Diesen Weg habe ich eingeschlagen, weil ich herausfinden wollte, warum es mir so schwer fällt, mich auf Menschen (insbesondere in Bezug auf romantische Beziehungen) einzulassen. Und ohne Spaß: 

Es war ein so stark verwebtes Netz aus negativen Glaubenssätzen, dass ich zwischendurch nicht mehr wusste, wo vorne und hinten ist. Die Schranken zu finden, die ich gegen tiefe Bindungen aufgerichtet hatte, war keine leichte Aufgabe. Ich habe viel nachgedacht, mit Freunden, Familie und meinem Coach geredet, reflektiert und neu sortiert, alte Gewohnheiten durch neue ersetzt. 

Und langsam aber stetig wurden die Ecken in meinem Inneren heller. Ich begann, mich leichter zu fühlen. Geerdeter. Zufriedener. 

Ich glaube daran, dass wir bestimmte Erfahrungen im Leben machen, die uns prägen, die uns aber auch auf die Probe stellen und prüfen. Hast du gelernt, was du lernen solltest? Wenn nein, werden sich Situationen und Muster wiederholen – solange, bis du gelernt hast, was du lernen sollst. 

Ich wurde in den letzten zwei Wochen auf die Probe gestellt. 

Ich habe eine Ausbildung angefangen, um eine Methode der Persönlichkeitsentwicklung im Detail zu erlernen. Als ich auf diese Methode stieß, hat mein ganzes Sein angefangen zu leuchten. Alles in mir sagte: „DAS muss ich genauer wissen.“ Die Methode tendiert in die spirituelle Richtung und basiert auf Astrologie und Energieflüssen. Dinge, an die man auf eine gewisse Art und Weise glauben muss, weil sie auf wissenschaftlicher Basis nicht überprüfbar sind. Aus meinem engen Bekanntenkreis erhielt ich aus einer Ecke große Skepsis. Auf rationaler Ebene konnte ich diese Skepsis verstehen. Was mich selbst erschütterte, war das Gefühl, dass es in mir auslöste: Ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, mir den Hals abschnürte. Ich fühlte mich persönlich angegriffen, ich war zutiefst verletzt und es dauerte ein paar Tage bis ich verstand, warum. 

Die Meinung des Bekannten triggerte meinen tiefsten Glaubenssatz: So, wie ich bin, kann man mich nicht mögen. Die Angst vor Ablehnung hatte mich jahrelang begleitet und im Kern zwei Dinge ausgelöst: Erstens, dass ich mich selbst für nicht genug hielt und mich immer ans Außen anzupassen versuchte und zweitens, dass ich andere Menschen nur bis zu einem gewissen Grad an mich heranließ und das Gefühl hatte, alleine klarkommen zu müssen. 

Ich hatte das in den letzten zwei Jahren alles aufgearbeitet und verstanden. Die Prüfung kam dann mit der Äußerung des Bekannten, die mich tief traf. Erst eine Aussage meiner Mutter führte zum erlösenden Aha-Moment: „Lass dich doch nicht verunsichern, Michelle. Wenn dir diese Ausbildung Freude macht, ist doch alles gut. Es ist egal, was andere denken.“

Es ist egal, was andere denken. Selbstliebe ist deine Werkseinstellung.

Folge deiner Freude, dann werden deine Träume wahr. 

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