Yoga

Meine Seele ehrt deine Seele. Ich ehre den Ort in dir, an dem sich das gesamte Universum befindet. Ich ehre das Licht, die Liebe, die Wahrheit, die Schönheit und den Frieden in dir, denn sie sind auch in mir. Indem wir diese Dinge teilen, sind wir vereint, sind wir gleich, sind wir eins.“ – Mahatma Gandhi

Das, was wir in der Regel unter Yoga verstehen, nämlich bestimmte Bewegungsabläufe und meist ruhige, körperliche Übungen, ist tatsächlich nur ein Teil dessen, was Yoga wirklich ist. Yoga kann zu einer umfassenden Lebenseinstellung und Philosophie werden, je nachdem wie tief man in die Praxis einsteigen möchte. Die positiven Auswirkungen des Yoga sind inzwischen durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. So werden Yoga-Kurse zum Beispiel durch einige Krankenkassen als Gesundheitsleistung gefördert. 2016 wurde der Yoga als immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnet.

Irgendwann zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert entwickelte sich das Yogasutra, auf dem der sogenannte achtgliedrige Pfad des Yoga basiert. Dieser Pfad ist ein Leitfaden für ein Leben im Einklang mit sich selbst, der Welt und dem Universum. Grob umrissen gehören dazu folgende Stufen, die nicht nacheinander durchlaufen werden, sondern  ineinander verschmelzen:  

(1) der Umgang mit anderen, (2) der Umgang mit sich selbst, (3) der Umgang mit dem Körper (das, was wir als Yoga kennen), (4) der Umgang mit dem Atem (ruhiges Atmen beruhigt den Geist), (5) der Umgang mit den Sinnen (Rückzug der Sinne, ohne Ablenkung Aufmerksamkeit auf sich selbst), (6) Konzentration (Aufmerksamkeit auf eine Sache, z.B. den Atem), (7) Meditation (Loslassen und einfach sein) und (8) Versenkung (ein Zustand völliger Glückseligkeit, der in gewisser Weise mit dem in der Psychologie bekannten Flow-Moment vergleichbar ist).

Seit ich 16 bin habe ich viel und regelmäßig Sport getrieben, vorrangig Fitness- und Krafttraining. Für mich war effektiver Sport immer verbunden mit Schwitzen. Wenn ich beim Sport nicht ins Schwitzen gekommen bin, war das Training für mich nicht erfolgreich. Diese Annahme kam daher, weil ich Sport lange Zeit als Ventil für meine eigenen Unzufriedenheit missbraucht habe. Durch die Kontrolle über meine Leistung und meinen Körper versuchte ich andere Gefühle der Unzulänglichkeit und Ungewissheit auszugleichen. Ich probierte Yoga öfter aus, war aber jedes Mal unbefriedigt  und machte nicht weiter.

Erst als ich anfing, bewusst nach mehr Ruhe zu suchen, konnte ich den Yoga für mich entdecken. Heute bedeutet die Zeit auf der Matte für mich, Balance zu finden, mich zu erden, meinem Körper und meinem Geist etwas Gutes zu tun. Ich praktiziere Yoga inzwischen jeden Tag, seien es nur 10 Minuten vor dem Schlafengehen. Ich horche dann in mich hinein und spüre, welcher Yoga-Stil mir gut tun würde. Eher ruhig und entspannt (z.B. Yin Yoga) oder lieber kraftvoll (z.B. Ashtanga Yoga).

Lass dich nicht verunsichern, wenn das alles sehr abstrakt klingt. Über Yoga zu sprechen oder zu lesen ersetzt nicht die Unterweisung. Wenn du nach mehr Ruhe, Zufriedenheit und Balance suchst, dann lege ich dir Yoga ans Herz. Youtube bietet viele Möglichkeiten, zunächst allein zu Hause zu praktizieren. In den meisten Yoga-Studios sind kostenfreie Schnupperstunden möglich, wenn du mehr Anleitung möchtest. Oder melde dich über deine Krankenkasse bei einem Kurs an. 

Probiere es aus. Namasté. 

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